Meine Stadt

alles ist längst verpackt
obwohl noch im zimmer, wirkt es schon nackt
ab morgen ist dies nicht mehr meine stadt
der morgen kommt schneller als ich schlafen kann

was immer mich hielt, kann mich nicht tragen
nicht jedes gefühl hat einen namen
ich trage die vielen mir wohlbekannten
irgendwo in mir, bis irgendwann

geschlossene kisten sich öffnen wie blumen
im neuen licht bekommt vergang'nes konturen
und unter der büchern, den hemden und platten
liegt ein name und lächelt mich an

 

und ich halte mich auf
nehme nun fremdes, den zufall in kauf
das neue wird eh nur im plural erscheinen
und all das alte fängt nicht mehr an

und ich bin wach, ich will nicht träumen,
will nicht zu schnell sein für die zeit
ja ich bin hier, doch will nicht bleiben,
will nicht zurück, doch noch nicht fort
der wind bringt schon die sonne mit sich,
die am schönsten ist wenn sie noch nicht ist
diesen moment voller vorfreude halte ich fest
- übergebe dem wind mein abschiedswort


(Malte Lemke)