Niemals schnell genug

wenn die sonne am abend die stadt verlässt
wenn sie dann für andere scheint bleibt hier noch ein rest
sie lässt ihren wiederschein am himmel zurück
ganz ist sie fort, doch die illusion ist geglückt

die erinnerung bleibt an einen tag voll wärme und licht
auch die feuchte kälte der nacht vertreibt diese nicht
doch wenn ich mich bette, wenn ich beginne zu träumen
ein moment voller klarheit, ich seh den wald in den bäumen

ich halte dich fest
wenn du mich lässt

hab angst zu erzählen von den gedanken in mir
hab angst zu verstehen, meine träume sind wirr

 

vieles kommt wieder, wie der tag, wie das licht
manches wider den wünschen, meine träume gelten dir nicht

egal wie schnell du rennst, egal wie weit es ist
du bist niemals schnell genug, du weißt, dass sie entwischt
du bist völlig außer atem, du kannst ihr nicht ausweichen
und alles was du willst, wird sie erreichen
jeder zentimeter, niemals kommst du an
jeder zentimeter, sie sieht dich lachend an
bis du dich entscheidest, dass du dich versteckst
bis du hinter der illusion die wahrheit entdeckst

bitte halte mich fest
wenn die sonne mich verlässt

(Malte Lemke)